Familienleben in der Schweiz

Familienleben in der  Schweiz

Die Schweiz ist ein Land, das zu den sichersten der Welt zählt, höchste Lebensqualität bietet und hervorragende Noten für sein Gesundheitswesen erhält. Die persönliche Freiheit wird garantiert und das Familien-und Gesellschaftsleben scheint beispielhaft zu funktionieren. Kein Wunder, das die Mehrheit Schweizer Familien von sich behaupten, glücklich zu sein. Der Staat fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und es gibt finanzielle Unterstützungen für junge Familien.

Wie sieht das Familienleben in der Schweiz im Detail aus?

Anders als in seinen Nachbarländer wird in der Schweiz relativ spät geheiratet. Die Schweizer Familie gründet sich häufig erst, wenn das erste Kind unterwegs ist. Die Frauen sind dann im Durchschnitt 29 und die Männer über 30 Jahre alt, wenn sie vor den Traualtar treten. Das Glück ist den Schweizern aber in Sachen Ehe nicht in die Wiege gelegt. 52,6 Prozent der Ehen in der Schweiz werden leider wieder geschieden. Da ist es schon fast als Vorteil zu sehen, das die Zeit der Großfamilien auch in der Schweiz vorbei ist. Die Norm sind Kleinfamilien mit ein oder zwei Kindern. Somit sind weniger Kinder Scheidungsopfer in diesen schmerzhaften Prozessen.

Das Familienleben der Schweizer findet bei 3/4 aller Familien in einer gemieteten Wohnung in einem Mehrfamilienhaus statt. Freundlich, sauber, ordentlich. So empfindet sich die Mehrzahl der Schweizer Familien. Denn diese Attribute gehören zum Selbstbildnis, zu den typisch schweizerischen Eigenschaften. In eher bescheidenen Verhältnissen lebt man, Dank des guten Preis-Leistungsverhältnisses in der Schweiz sehr gut und fühlt in der Familie Ruhe, Geborgenheit und Glück.

Typisch für die Mitglieder Schweizer Familien ist auch die aktive Betätigung in Vereinen. Ob alt oder jung. Das intensive Kultur und Vereinsleben prägt auch das Familienleben. Einmal im Jahr leistet sich eine Familie Urlaub. Dabei stehen Italien, Spanien und Frankreich hoch im Kurs. Auch hier gibt man sich also eher Bescheiden. Gemeinsame familiäre Unternehmungen am Wochenende treibt die Schweizer Familie traditioneller Weise hinaus in die schöne Natur. Wandern, ein urschweizerischer Zeitvertreib ist dabei die beliebteste gemeinsame Aktion. Das enge Budget Schweizer Familien konzentriert sich vorzugsweise auf kostenlose Freizeitangebote, aber das mit viel Leidenschaft und Freude.

Da gibt die Schweizer Familie lieber Geld im Supermarkt aus! Denn der Schweizer ist sehr qualitätsbewusst und lässt sich das, gerade beim Familien-Einkauf, auch etwas kosten.

Das Familienleben spielt sich, wie wo anders auch, zwischen Vereinstätigkeit, abendlichem Fernsehen und schulischen Höchstleistungen der Kinder ab. Dabei gibt es immer noch eine ganz klare Rollenverteilung. Da die Schweiz in Sachen Kinderbetreuung in Europa einen letzten Platz einnimmt, bleibt die Erziehung Aufgabe der Mutter, die viele Jahre auf berufliche Weiterentwicklung verzichten muss. Bei einer durchschnittlichen 42 Stunden Arbeitswoche muss Papa viel und hart arbeiten, um den Lebenstandard für seine kleine Familie zu sichern, da das Leben in der Schweiz überdurchschnittlich teuer ist. Wer nicht genügend Geld für seine Familie hat fällt auf und das wollen Schweizer auf keinen Fall. Lieber ist man strebsam und fleißig, um der Familie den entsprechenden Standard bieten zu können.